Von privater Seite sind 120.000 ? als Belohnung für
Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen.Von
1993 bis 2003 wurden von dem unbekannten Täter bisher bei
ca. 50
Taten
über 100 Pferde mittels Stich/Schnittwaffe und auch Schusswaffen
getötet.
Die Serie beginnt an der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt
im Bereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Die Taten ziehen
sich in Norddeutschland vom Emsland an der holländischen
Grenze quer über Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und
Mecklenburg bis
in den Raum Müritzsee/Neustrelitz. Ein Tatort liegt in Sachsen, nördlich
von
Dresden.
Der Täter tötet die Pferde hauptsächlich auf
Weiden, aber auch in
Ställen sowie bewohnten und unbewohnten Reithallen, in
die er auch gewaltsam einbricht. Er tötet Pferde jeglicher
Größe,
wobei weder nach
Geschlecht,
Rasse und Alter ein Muster erkennbar ist.
Der Täter und seine Waffen
Der unbekannte Täter ist
sehr mobil, er hat Kenntnisse in der
Metallbearbeitung, vermutlich Zugang zu einer Werkstatt und Zugriff
auf
Waffen.
Er verwendet verschiedene Messer, selbst gefertigte Lanzen und
verschiedene Schusswaffen.
Er dürfte im Besitz von mindestens vier Kurzwaffen
und
zwei Langwaffen (Gewehre) sein.
Die (zerlegbaren) Waffen trägt er
vermutlich am Körper. An zwei Tatorten ließ der Täter jeweils 1 Lanze
zurück.
Der männliche Einzeltäter dürfte 30 bis
60 Jahre alt sein und aufgrund seiner großen Mobilität über
ein (eigenes?) Fahrzeug verfügen. Durch Ausbaldowern verschafft er sich offensichtlich sehr gute
Ortskenntnisse und geht geübt mit Pferden um. Fahrzeuge werden vermutlich in weiterer
Entfernung vom Tatort abgestellt.
Er tötet Pferde in engen Boxen, führt
aber auch in der Nacht Pferde
aus
Reithallen mehrere hundert Meter ins Freie, um sie dann dort zu
töten. Er setzt gekonnt Bauchschnitte, wobei manchmal
auch Geschlechtsteile verletzt
werden.
Es wird ein festes Arbeitsverhältnis vermutet, weil der Täter
fast
immer nur am Wochenende zur Nachtzeit zuschlägt.
Der Täter muss über metallbearbeitende (Fach-) Kenntnisse
verfügen.
Beide Lanzen sind an der Drehbank gefertigt und mit Innen-
und Außengewinden versehen und wurden aus Metallsägeblättern
hergestellt.
Die Lanzen wurden in einer (Heim-?) Werkstatt gefertigt.
Darin
müssten sich folgende Werkzeuge/Maschinen befinden: Drehbank,
Schweißgerät, Gewindeschneider, Schleifmaschinen
pp.
Die Verfügbarkeit von Waffen lässt vermuten, dass der Täter
eventuell
Jäger, Sportschütze oder auch Waffensammler sein
könnte oder Kontakte
zu vorgenannten Personengruppen hat.
Die verwendete Militärmunition
(7,62 Tokarew/8x57 IS) wurde auf dem Zivilmarkt vertrieben.
Im
Juli 1993 verlor er auf einer Weide bei Vietzen am Müritzsee
in Mecklenburg-Vorpommern, eine selbst gebaute zusammenschraubbare
mehrteilige Lanze aus Edelstahl. Eine baugleiche zweite Lanze
wurde nach einer Pferdetötung auf einer Weide im August 2002 in Lomnitz, nördlich
von
Dresden, aufgefunden. Beide Lanzen sind ca. 170 cm lang.
An mehreren
Tatorten versetzte der Täter den Pferden Kopf- und Körperschüsse.
Bei den verwendeten Schusswaffen handelt es sich um
eine unbekannte Kleinkaliberwaffe, eine unbekannte Waffe,
Kal. 9 mm Para, eine
vermutlich umgebaute Pistole Kal. 7,65 mm, eine Pistole Tokarew (oder systemgleicher Nachbau), Kal. 7,62 mm, und vermutlich zwei Gewehre,
Kal. 8 x
57 IS.
Einzelbeschreibung der Tatmittel:
Edelstahl-Lanze (sichergestellt 1993)
Die Lanze besteht aus vier V2A-Rundstahlstangen im Durchmesser von
11
mm mit Innen- und Außengewinde. Das Griffende besteht
ebenfalls aus Edelstahl (20
mm Durchmesser).
Es handelt sich um Edelstahl der Stahlgüte 1.4305,
Bohr- und Drehqualität, der farblich gelb gekennzeichnet
ist.
Die Lanzenspitze ist aus einem HSS-Metallsägeblatt, 35 cm Länge, hergestellt.
Dieses Sägeblatt der Firma Losswinkel aus Remscheid
wird in (mechanischen oder hydraulischen) Bügelsägemaschinen
verwendet. Es
handelt sich um kleinere Standmaschinen, wie sie in metallverarbeitenden
Betrieben (auch Landmaschinenwerkstätten oder früheren LPG's) verwendet
wurden.
Die Lanze ist aus handelsüblichen 12 mm Rundstahlstäben
hergestellt. Sie
hat ebenfalls Innen- und Außengewinde und ist daher
auch zusammenschraubbar/zerlegbar. Das Lanzenende besteht
aus einem Holzgriff.
Die Spitze wurde aus einem Metallsägeblatt einer handelsüblichen Mehrzweckhandsäge
gefertigt. Diese Säge
hat neben dem 40 cm langen
Sägeblatt einen farbigen Plastikgriff, weitere Markenzeichen
sind nicht vorhanden.
Das Sägeblatt trägt den Herstellerstempel der Fa. WERKÖ (Werk
Königsee Thüringen).
Die Handsäge wurde unter
dem Namen "WERKÖ" bzw. "Smalcalda" bis 1991
in großer Stückzahl im Bereich der ehemaligen DDR hergestellt
und vertrieben.
Ab 1995 verwendet der Täter bei der Tatausführung
mehrere
Schusswaffen.
Es handelt sich dabei einmal um eine Kurzwaffe, eine vermutlich umgearbeitete
Pistole (rückveränderte Dekowaffe oder umgebaute Schreckschusswaffe?)
mit einem besonderen Laufprofil. Aus dieser Waffe verschießt der Täter vermutlich Patronen des Kal. 7,65 mm
(.32
Browning/32
Auto) der Firma Remington. Remington-Patronen (7,65 mm) tragen den
Bodenstempel "R-P 32 Auto". Diese Waffe verwendete er 1995 in Ettenbüttel, 1996 in Munster,
1997
in Berge und 1999 in Werlte.
Des Weiteren benutzte er mehrfach 1999 eine unbekannte Kleinkaliber-
Waffe, Kal. 5,6 mm (.22 lr),.mit der er kupferplatinierte
Bleigeschosse (Geschosse mit Kupferüberzug) verschoss. eine Waffe im Kaliber 9 mm Para
Bei einer Einzeltat 1996 in Steinhorst verwendet er eine unbekannte
Waffe.
Im Jahr 2000 benutzte er in Lauingen bei Königslutter eine
(russische?) Militärpistole Tokarew, Kal. 7,62 mm, wobei
auch systemgleiche Nachbauten anderer Ostblockstaaten als
Tatwaffe in Frage kommen (chinesische Norinco, Modell 54/jugoslawische Crvena Zastava, Modell M57/ungarische,
polnische, nordkoreanische Modelle pp.).
In der Waffe verschießt der Täter Militärpatronen der
Firma
Hirtenberger, die auf dem Zivilmarkt vertrieben wurden. Die
Hülsen
tragen den Bodenstempel"
HP-59-II" und die Hülsenaufdruck "7,62 x 25". Die
Originalpatronen
wurden von Hirtenberger in braunen Pappschachteln, Verpackungsgröße:
70
Stück, vertrieben.
1996 bis 1998 benutzte der Täter bei Taten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg
und Sachsen-Anhalt zwei unbekannte Gewehre im Kal. 8 x 57
IS,
vermutlich Mausersystem 98. Es könnte sich dabei um ein Gewehr
oder Karabiner 98 oder evtl. systemgleiches Jagdgewehr handeln.
Möglicherweise wurden diese Waffen auch verändert/verkürzt
(zum verdeckten Tragen).
Es wurde Militärmunition (Vollmantelspitzkopfgeschosse)
der Firma FNM
(Fabrika National de Municoes de Armas, Portugal) verschossen. Die Munition
trägt den Bodenstempel "FNM 71-8", "FNM 71-6" und "FNM
70-2" und die Hülsenaufdruck "HEGE 8x57 IS".
Diese Munition wurde von der Firma
Hege inÜberlingen, Bodensee, auf dem Zivilmarkt vertrieben (Massenware).
Wer kann Hinweise auf den Täter oder auch die Tatmittel geben?
Hinweise bitte an:
Landeskriminalamt Niedersachsen, EG Pferd,
Schützenstraße
25, 30161
Hannover,
Tel.: 0511 26262-0
Fax: 0511 26262-3050
E-Mail: eg-pferd@l...
mailto:eg-pferd@l...
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