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Wie es zu Töltsätteln
kam:
Am Anfang war das Fell.
Vom Fell rutschte der Hirte runter, wenn das Pferd zwischen den Lavabrocken
herumhüpfte.
Dann fuhren die Hirten auf den Kontinent und brachten sich von den Giraffenreitern
VS-Ponysättel mit. Mit denen waren sie viele Jahre glücklich
und die Bevölkerungsdichte auf der kalten Insel im Norden nahm
wieder zu, weil nicht mehr so viele Hirten in die Lava rutschten, wenn
die Pony hüpften.
Die Hirten wagten es, sich bequemer hinzusetzen. Manche ganz Wagemutige
lümmelten sich schliesslich so im Sattel, daß immer mehr
Ponys den Namen "Sofur" bekamen, weil sie in dieser Sitzhaltung so bequem
zu reiten waren.
Der Hirte Didi Sofursson kreierte schliesslich den neuen Pony-Lavaspaltensitz:
auf dem Fleische sitzend, die Beine nach vorn gestreckt. So konnten
auch armlose Hirten bequem reiten, sie lenkten die Ponys mit den Füßen
an der Trense durch die Lavaspalten.
Durch diese moderne Art zu sitzen, veränderte sich der alte Pony-VS-Sattel.
Leder ist ja lebendes Material, und er zog sich immer mehr in die Länge
und weil Didi Sofurssons Hintern nicht gerade klein war, verschwand
auch der Hinterzwiesel allmählich.
Am Ende stand ein Sattel, in den man morgens vorne aufstieg und abends
hinten saß, und in der Mitte/Zwischenzeit viel Zeit hatte, mit
seinem Sitz allerlei Dinge zu tun: Füße waschen, Hintern
abwischen, Portemonnaie aus der Hosentasche rausholen, Brennivinflasche
von rechts nach links sortieren.
Neugierig geworden kamen Giraffenreiter auf die kalte Insel in den Norden,
un weil sie geschäftstüchtiger waren als die Hirten, nahmen
sie Didi Sofurssons Tageszeitensattel mit und machten auf dem Kontinent
viiiiiel Geld damit und verkauften ihn als den einzig seligmachenden
"Töltsattel".
Didi Sofursson aber reitet heute noch auf einem alten, blankgerutschten
VS-Ponysattel durch die Lavaspalten. Und er ist nie wieder runtergefallen.
(copyright by) Dagmar
Trodler, der ich herzlich für die Veröffentlichungs-Erlaubnis
danke! |